DANKE
Ein kleines Wörtchen, das fast in Vergessenheit geraten ist. Und doch so ein wichtiges Wörtchen. “Vergiss nicht zu danken dem ewigen Gott…”, heißt ein Lied, das wir früher oft mit den Kindern gesungen haben. Unsere Vorfahren hatten noch die Gewohnheit, vor dem Essen zu beten und nach dem Essen zu danken. Niemand verließ den Esstisch, bevor der Familienvater gedankt hatte. Eine Tradition, die leider ausgestorben ist. Nicht alle Traditionen sind zu verachten. Manche waren echt gut, finde ich.
Ist das Danken vielleicht aus der Mode gekommen? Warum wohl? Das Bitten auch? In unserer heutigen Gesellschaft wird kaum noch gebeten, sondern eher gefordert. Die Leute bestehen auf ihren Rechten: Das steht mir doch schließlich zu, oder? Da hab ich doch für gearbeitet. Wieso soll ich mich bei jemand anderem dafür bedanken? Das wurde mir schon erklärt von Leuten, die sich weigerten, vor dem Essen zu beten. Wenn das Herz hart ist, kann man nicht danken, man wüsste auch gar nicht wofür oder wie.
Wie dankbar bin ich, dass ich dankbar sein kann! Und ich bin es bewusst und sage es Gott oft. Und den Menschen um mich herum auch. Danken, von Herzen, auch für kleine Dinge. Das möchte ich auch weiterhin und so haben wir das unsern Kindern vorgelebt und sie leben es wieder ihren Kindern vor. Wir haben Enkel, die nach dem Essen fragen, ob sie aufstehen dürfen, dann erst zur Hausfrau gehen, sie umarmen und ihr ein herzliches Dankeschön für das leckere Essen sagen. Wenn mein Mann gegrillt hat, dann bekommt er natürlich die Umarmung und das Danke. Ich finde das ist eine sehr schöne Sitte und tut außerdem jeder Hausfrau (oder jedem -mann) gut.
Haben Sie schon einmal versucht, nur zu danken, wenn Sie beten – alleine oder in einer Gebetsgemeinschaft? Keine Bitten und Anliegen, nur Dank. Da ist man überrascht, wieviel Grund zum Danken wir wirklich haben.
Ich muss immer wieder an meine lieben Schwiegereltern denken, die uns auch noch im hohen Alter Dankbarkeit vorgelebt haben. Es war ihnen zur Lebensweise geworden. Die letzten Worte vom 98-jährigen Opa und der 92-jährigen Oma, die mir in Erinnerung sind, waren Dankesworte. Und so voller Dankbarkeit sind sie in die Ewigkeit hinübergegangen. Wie dankbar bin ich für ihr Vorbild!
“Im Danken kommt Neues ins Leben hinein…”, so beginnt eine Strophe des oben erwähnten Liedes. Ja, eine ganz neue Dimension kommt dadurch in unser Leben: Zufriedenheit, Freude, Ruhe und Gelassenheit gehen Hand an Hand mit der Dankbarkeit. Das macht reicht und froh, getrost und zuversichtlich. Es nimmt die Unruhe, die viele Menschen so treibt, dass sie unbedingt alles haben müssen, was sie sehen, und ständig etwas tun müsen, um nur nicht zum Nachdenken zu kommen. Oder Zeit zum Danken zu finden.
Gott möchte, dass wir dankbar sind, er fordert uns geradezu dazu auf. Und er weiß warum. Er weiß, wie gut das im Endeffekt uns selber tut. Mit dankbaren Menschen ist man doch gerne zusammen. Es sind positive, lebensbejahende Menschen. Menschen, die sich auch mal etwas schenken lassen und nicht sofort etwas möglischst Gleichwertiges zurückschenken. Stolz verhindert oft echte Dankbarkeit, habe ich festgestellt. Stolzen Menschen fällt es leichter, selbst zu schenken als Geschenke anzunehmen. Untersuchen wir ehrlich unser Herz, ob da nicht noch Stolz verborgen ist. Meine Dankbarkeit soll ungehindert fließen wie ein Strom – aus einem reinen, von Jesus beschenkten Herzen.
In Worten kann ich kaum ausdrücken, was Jesus für mich getan hat und was er mir bedeutet. Wie gut, dass Jesus, der mein Herz kennt, und der Heilige Geist meine Dankgebete in ein Gott wohlgefälliges Opfer verwandelt, das den Vater erfreut!
