Regenbogenreise

Nach zwei Jahren können mein Mann und ich mal wieder von Südafrika nach Deutschland fliegen. Hurra! Wir sehnen uns nach den Kindern und Enkeln, die dort leben, und das Reisefieber macht sich breit. Am 16. April geht es vormittags los. In unserem Küstenort hängen die Nebelwolken tief über den Berg, ein letzter Blick zurück auf unsere neue Heimat seit fast neun Jahren. Gott schenkt uns zum Abschied einen speziellen Regenbogen, direkt überm Meer. Das tut er manchmal, gerade an ganz besonderen Tagen und dann erinnern wir uns gern an sein Versprechen, das er schon Noah damals gab. Das Meer ist total aufgewühlt und grüne Wellen mit Schaumkämmen, die durch den kräftigen Südostwind gepeitscht werden, wehen über die Oberfläche des Ozeans. Darin sehen wir des Schöpfers starke Hand und staunen erneut über seine unendliche Kraft! Der Herbstwind aus dem Südosten schiebt riesige Wolkensahneballen (oder: Sahneballenwolken?) über die Berge, die entlang der Küstenstrecke aufragen. Wir schauen während der etwa hundert Kilometer langen Fahrt zum Flughafen auf zu den Bergen. Woher kommt unsere Hilfe? Von dem Herrn, der Himmel und Erde und das unendlich erscheinende Meer gemacht hat (Psalm 121). Der Regenbogen wandert mit uns! Dann kommen wir auf die Schnellstraße, Richtung Kapstadt. Eine Menge Sand fegt über die Fahrbahn — fast als wären wir in einem Sandsturm, so wie wir ihn vor Jahren in Namibia erlebten.

Es ist trocken und wir brauchen dringend Regen!  Ein Feuerwehrauto hat es eilig und wir fragen uns, wo es denn wohl jetzt schon wieder brennt? [Später, in Deutschland, erfahren wir über Internet von einem schlimmen Brand in einem Naturreservat unweit von unserem Reiseweg bei dem auch elf Häuser abgebrannt sind.] Es wird immer dunstiger, je weiter wir in Richtung Kapstadt fahren; das kommt durch den Brand, der den Himmel verdunkelt. Welche Gewalten: Wasser und Feuer. Und da mitten drin wir kleinen Menschen, die doch Gott so wichtig sind! Wow! Ist das ganze Leben nicht ein Riesenerlebnis, ein aufregendes und manchmal sogar atemberaubendes Abenteuer? In gut zwei Stunden geht unser Flieger. Wir sollten uns beeilen!

Unseren Wagen stellen wir bei den Kindern ab und grüßen sie und die geliebten Enkel in Eile. Unser jüngster Sohn und sein Kleiner bringen uns zum Flughafen. Kurzer Abschied – denn wir stehen im Parkverbot … Noch mal winken und weg sind sie. Wir beiden Ollen schauen uns an: Das Abenteuer kann beginnen.

 

Es geht via Dubai – die Warteschlange ist schon ziemlich lang, unser Gepäck hat kein Übergewicht (und wir zum Glück auch nicht). Es geht durch die Passkontrolle und im Stillen danke ich dem Herrn noch mal für das Wunder, dass mein neuer Pass schon nach 7 Wochen kam, statt, wie uns erst gesagt wurde, dass es 6 – 8 Monate dauern könnte. So gibt unser Vater uns das grüne Licht, und manchmal sogar einen ganzen Regenbogen! Wie wir im Flieger sitzen und noch eine halbe Stunde warten müssen, da ein Fluggast nicht aufgetaucht ist und sein Gepäck nun erst wieder aus dem Container rausgesucht werden muss, geht mir der Refrain vom Lieblingslied unsrer vierjährigen Enkelin Mia nicht aus dem Kopf: Du hast uns so reich gemacht, mit Gutem überschüttet, alle die Ihm vertraun, dürfen Gottes Kinder sein.

Ja und nun sitzen zwei glückliche Gotteskinder, ein Opa und eine Oma, reiselustig und erwartungsvoll auf den Plätzen 39J und 39K. Oma darf am Fenster sitzen. Dank der Kataraktoperation vor fünf Tagen kann ich nun wieder so gut weit sehen, dass ich mir nichts entgehen lassen möchte. Nur nicht die Augentropfen dreimal täglich vergessen!

Kurz nach 14 Uhr geht’s dann los. Dieses wunderbare Gefühl, wenn der große Vogel die Nase in die Luft steckt und sich vom Boden abhebt: Ich liebe es! Endlich sind wir in der Luft! Da bin ich in meinem Element! Wir starten in südliche Richtung, über den Atlantik, und dann sehen wir noch direkt unter uns die Küstenstraße, die wir am Morgen mit dem Auto entlang gefahren sind, die sich jedoch schnell zwischen den immer dichter werdenden Wolken verliert. Im Nu sind wir über dem Wolkenwatteteppich, schauen in den strahlend blauen Himmel und fühlen uns Gott noch viel näher. Wir halten uns freudig bewegt an den Händen und bitten ihn mit dankbaren Herzen um seine Gnade und seinen Schutz, auch für diese Reise. Unsere Regenbogenreise! Deutschland, wir kommen!

Wie oft bin ich wohl schon diese Nord-Süd bzw. Süd-Nord Strecke geflogen? Diese über 10.000 km weite Strecke zwischen Kapstadt und Frankfurt? Es mag wohl mein zwanzigster Flug sein in die alte Heimat, also mindestens vierzig mal 10.000 km, und immer noch ist es aufregend, gibt mir einen Kick, wie man so sagt. Das ist das Abenteurerblut in meinen Adern, das ich vom Vater Willi geerbt habe, der Jahre in Spanien und England lebte und immer träumte von einer Afrikareise. Zwei Jahre nach seinem Tod wurde für mich dieser Traum zum ersten Mal Wirklichkeit. Gott hatte damit seinen wunderbaren Plan. Ich war auf der Suche nach ihm, nach der Wahrheit, nach dem Sinn und Ziel meines Lebens – und fand es in Südafrika! Aber das ist eine Geschichte für sich.

Beate Hill

Ein Kommentar zu “Regenbogenreise”

  1. Balwinder 18 März 2012 at 05:29 #

    Meinungsfreiheit und Pressefreiheit ist vollkommen gieltim, aber dass muss dann auch ffcr beide Seite gelten die Facebook-Seite Christiane Tauzher eine Schande ffcr den Journalismus wurde von FACEBOOK gelf6scht!!!!Also entweder oder aber den einen das Maul verbieten geht nicht und der andere darf ungeniert le4stern das geht nicht!


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