Unter Gottes Schutz
Wir sind im Hauskreis in Lüneburg (von unserem Wohnort Bad Bevensen etwa 30 km entfernt) und sprechen anhand des Buches von Dietrich Bonhoeffer Gemeinsames Leben unter dem Kapitel “Gemeinsamer Tag” darüber, wie wichtig es ist, den Tag abzuschließen im Frieden Gottes. Wirklich Gott das letzte Wort sein lassen bzw. ihm das letzte Wort vor der Nacht zu geben, wie es Bonhoeffer beschreibt. Gott, der Herr, will auch im Schlaf über uns wachen, über unseren Herzen, über unserer Seele. Unsere Väter und Mütter wußten davon noch etwas. Gott hält seine Hände schützend über uns und bewacht uns durch seine Engel. Getrost fuhren wir nach Hause, gestärkt und beglückt über diesen Abend in unserem Hauskreis. Auch der Satz “Laß die Sonne nicht über deinem Zorn untergehen” war uns wichtig. Haben wir in unserer langen Ehe – besonders in jungen Jahren – manchmal praktiziert.
Wir fuhren mit unserem Auto durch die finstere Nacht. 30 km lagen vor uns. Wir plauderten über diesen schönen Abend und was wir uns am nächsten Tag vorgenommen hatten, nämlich unsere Enkelin in Hamburg vom Kindergarten abzuholen und uns um sie zu kümmern. Und dann passierte es: Etwa 7 km von unserer Wohnung entfernt, lief uns urplötzlich ein junges Reh ins Auto, vorne bei mir am Fahrerplatz, voll ins Licht, das kaputtsprang, und das Reh wurde zurück geschleudert an den Seifenstreifen. Wir fanden es später beim vorsichtigen Zurückfahren auf dieser B4 tot dort liegen. Polizei angerufen. Der Schock saß so tief, dass ich die Ziffer unseres Kennzeichen verwechselte, aber meine Frau Bärbel mich noch korrigieren konnte. Vorne war einiges kaputt. Aber wir konnten mit Standlicht nach Hause fahren. Erst mal gemeinsam gedankt, dass uns nicht Schlimmeres zugestoßen war. Und dass unser guter Gott seine schützende Hand über uns und unser neues Auto gehalten und eine Menge Engel uns zur Seite gestellt hat. Es hätte viel schlimmer kommen können… Am nächsten Morgen früh hoch, bei der Polizei den Wildschaden protokollieren lassen, den Pkw in die Werkstatt (€ 2.000,- Schaden, über Teilkasko abgesichert), Mietwagen. Und die Fahrt per Zug nach Hamburg konnte beginnen, was trotz Bahnstreik dann noch klappte. Mittwoch sollen wir den reparierten Wagen zurück bekommen, was auch wichtig ist, da wir am Freitag verreisen wollen.
So schnell stellt sich das ein, worüber man vorher im Hauskreis sich austauscht. Unter Gottes Schutz, in der Nacht, und noch mehr im Finstern auf den Straßen: Gott hat seinen Engeln befohlen, über uns zu wachen (nach Ps. 91).
Otto Buchholz, Bad Bevensen
