…mal wieder Thielicke
Wie gut, dass man so viel Thielicke in seiner Bibliothek hat! Ich fing mal wieder an, in seinen Büchern zu lesen und bin wie eh und je von diesem großartigen Mann eingenommen. Diese Weltoffenheit, diese weite Bildung, diese Begabung – mit und zu allen zu reden, z.B. im Hamburger Michel zu den Hafenarbeitern und zu den Akademikern, und dass über viele Jahre. Und wie menschlich begegnet er uns, wenn er von dem 3-wöchigen Besuch im Flüchtlingslager in HH-Wentorf mit seinen Studentinnen und Studenten erzählt. Und abends die spannenden Geschichten im Männerschlafsaal, in dem er mit seinen Studenten schlief. Die Studentinnen lauschten an der Tür, weil aus dem Männersaal so viel Lachen hinausdrang. Und wie entstand hier unter ihnen echte geschwisterliche Gemeinschaft – im gemeinsamen Dienst an den Flüchtlingen. Unvergesslich für alle, die dabei waren. Und wie großartig er auf seinen Amerikareisen Amerika mit seinen Menschen, in Kirche und im Leben, in der Erziehung beschreibt, vor 50 Jahren. Und wie diese Entwicklung rüberschwappt zu uns nach Europa. Kann man nur fasziniert feststellen, wie recht er hatte. Und wie demütig und bescheiden er über Charles Haddon Spurgeon schreibt, ein ganzes Buch über diesen – aus Sicht von Thielicke – größten Prediger. Und auch seine persönliche Begegnung mit Billy Graham lässt ihn seinen bisherigen Eindruck völlig revidieren. Mit großem Gewinn bin ich wieder am Lesen, zuerst “Vom geistlichen Reden” – über Ch.H.Spurgeon, dann “Leiden an der Kirche”, jetzt “Auf Kanzel und Katheder” und bereit liegen schon sein Tagebuch über die Ostasienreise und seine Biografie als “Gast auf einem guten Stern.” Aber auch seine Predigtbände kann man immer wieder mit großem Gewinn lesen – und auch selbst verwenden. Ich selbst hatte das Glück, ihn in HH noch persönlioch zu erleben. Ein Geschenk Gottes war dieser Mann für uns und ist es durch seine Bücher noch heute. Lasst uns diese wertvollen Schätze wieder heben. Es lohnt sich.
Otto Buchholz, Bad Bevensen
