JESUS ist mein Gürtel!
Am vergangenen Sonntag haben wir uns als kleine Gemeinde zum Lobpreis getroffen – mit spontanen Zeugnissen von Gottes Güte und mit gemeinsamem Abendmahl. Gleich in der ersten Schriftlesung ist von einem Gürtel die Rede. Ich horche auf, da ich mich in meiner persönlichen Stillen Zeit auch mit einem Gürtel beschäftige, dem Gürtel der Wahrheit, sprich JESUS. Er ist Teil der “geistlichen Waffenrüstung” in Epheser 6.
Ich spitze die Ohren. In 2. Mose 12 geht es um die Einsetzung des Passahmahls. Damals sprach Gott, der Herr, zu Moses und Aaron und gab ihnen den Auftrag, das Lamm zu schlachten, es zuzubereiten und sein Blut über die Türpfosten zu streichen. In Vers 11 sagt der Herr dem Volk Israel genau, wie sie das Passahlamm essen sollen: mit umgürteten Hüften, Schuhen an den Füßen, Stab in der Hand – also startbereit.
Was bedeutet das für uns heute? Wir sollen stehen, die Bequemlichkeit aufgeben, bereit sein zu gehen, augenblicklich zu gehorchen, Ägypten, also die Sklaverei, aber auch das Bekannte und Sichere zu verlassen und Gott völlig zu vertrauen — nach dem altbekannten Lied: “Weiß ich den Weg auch nicht, du weißt ihn wohl, das macht die Seele still und friedevoll.” Das wunderbare Lied endet mit der tröstlichen Zuversicht: “Du weißt den Weg für mich, das ist genug.”
Ich sehe vor meinem inneren Auge einen Wettlauf – Schulkinder beim Sportfest. Auf die Plätze – fertig - los! Da schießen sie aus den Startlöchern….Nun bin ich nicht gerade sonderlich sportlich und schnell laufen war noch nie meine Stärke. Aber ich brauche ja gar nicht als Erste anzukommen, zum Glück! Wichtig ist, startbereit zu sein und auf das gegebene Zeichen hin loszulaufen. Der Gürtel, JESUS, hält mein irdisches Gewand aus dem Staub und so sicher fest, dass ich mich nicht verheddere oder gar hinfalle.
Und ich will (das ist mein persönlicher Entschluss) den Lauf vollenden, denn ER ist ja um mich, vor und hinter mir, kennt den Weg und kennt vor allem mein Herz, meine Schwächen und Zweifel an mir selber…..
ER ist gestorben für uns, wurde das Passahlamm, auch für mich! Deshalb darf ich mit meinen Geschwistern das Abendmahl feiern, heute – und bis ER wiederkommt!
Eine unbeschreibliche Freude bewegt mich. Ich greife zur Gitarre und empfinde es plötzlich als Vorrecht, dass ich heute den Lobpreis leiten darf. “So wie ich bin, so muss es sein, nicht meine Kraft, nur du allein, dein Blut wäscht mich von Flecken rein, o Gottes Lamm, ich komm, ich komm!”, klingt es durch den Saal und nach und nach stimmen alle in das alte Lied von Charlotte Elliot (1789 – 1871) mit ein. Vielstimmig und aus dankbaren Herzen bringen wir unserm Herrn Jesus den Lobgesang, der ihm allein gebührt – im vollen Vertrauen auf seine Gnade.
Tiefer Friede zieht in mein kurz zuvor noch so unruhiges Gemüt ein. Und wie von selber schließt sich das Lied – Gebet “Reinige mein Herz” von Brian Doerksen an. Wir singen es auf Englisch, denn wir sind hier nicht in Ägypten, auch nicht in Deutschland, sondern in Südafrika.
Aber unser großer Gott, den wir anbeten, ist derselbe, überall und allezeit, Vater, Sohn und Heiliger Geist. Ihm gilt unser Lob und Dank, auch heute, am 16. Januar 2011, wo wir gerade aus den Startlöchern des neuen Jahres herausgeschnellt sind…..umgürtet mit JESUS, der Wahrheit!
