In der Welt habt ihr Angst…

Das können wir alle nicht wegschieben, auch wir Christen nicht. Dazu müssen wir uns stellen und nicht die Starken und Strahlemänner spielen, die keine Angst hätten. Ich kam von diesem Wort aus Joh.16,33 nicht los und legte es heute meiner Andacht in unserer Alphagruppenstunde  im Gefängnis zugrunde unter dem großen Thema “Krippe und Kreuz”. Einleitend sprachen wir über die vor kurzem im CHRISMON erschienenen restlichen Strophen (die oft in den Gesangbüchern weggelassen werden) der so gängigen Weihnachtslieder. Da geht es z.B. bei “Ihr Kinderlein kommet” gar nicht mehr so lieblich und softie zu, sondern da steht in Strophe 5: “O betet: Du liebes, du göttliches Kind, was leidest du alles für unsere Sünd! Ach hier in der Krippe schon Armut und Not, am Kreuze dort gar noch den bitteren Tod.” Das ist alles andere als eine “Kitschhitparade”, sondern führte uns konkret zu Krippe und Kreuz. Und dann kümmerten wir uns um das Bibelwort “In der Welt habt Ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.” Wir wiederholten es im Laufe des Abends mehrmals gemeinsam, lernten es auswendig! Eine von Karl Barth in der Strafanstalt Basel 1963 gehaltene Predigt (Karl Barth soll in seinen letzten Lebensjahren nur noch im Gefängnis gepredigt haben, so dass der Satz umging: Wer Karl Barth predigen hören möchte, der muß ins Gefängnis gehen…) über dieses Wort half uns, tiefer und gründlicher den Sinn dieses Bibelverses zu erfassen. Wir sahen sehr wohl die “Welt in uns” und kamen konkret ins Gespräch beim Thema Angst. Da ich selber erst vor kurzem wieder mal zwei Augen-Op’s über mich ergehen lassen musste und danach eine Krise bekam, in der ich furchtbare Angst hatte vor einer erneuten Op (durch schlimme Augen- und Kopfschmerzen!), konnte ich aus eigenem Erleben sehr wohl von Angst berichten. Sie hat mich umgetrieben, bis zum Anruf beim Augenarzt. Allerdings konnte ich dann auch erzählen, wie unser guter Gott Gebete erhört. Nachts ließen die Schmerzen nach und auch auf dem anderen Auge kann ich wesentlich besser sehen. Beides bedeutet für mich persönlich Wunder Gottes und Erhörung von Gebeten.  Auch meinen Freunden  im Gefängnis dankte ich fürs Mitbeten… Und so waren wir dann ganz praktisch beim Thema Angst, Lebensangst, Todesangst. Und konnten uns am “Aber” Gottes erfreuen, das wir so häufig in der Bibel finden, so auch hier: “Aber seid getrost…”

So hoffen und beten wir,  dass neben dem gemütlichen Kaffetrinken und dem Klönen dabei, heute noch “garniert” durch kleine Geschenke der SCM (CD über Psalm 23, Buch über Stille Nacht und christlicher Kalender), weil wir unsere interne Advents- und Weihnachtsfeier mit unseren Gruppenteilnehmern hatten, etwas hängen bleibt, vielleicht sogar dieses so tiefsinnige Bibelwort!

Otto Buchholz, Bad Bevensen

Hinterlasse einen Kommentar