I can‘t wait … to see those faces


(von Uta)

Wieso Wham jedes Jahr aufs Neue bereut, ihre Herzen „last christmas“ leichtsinnig verschenkt zu haben, ist mir ein Rätsel. Wem schenkt man bitteschön an Weihnachten sein Herz? Dem Nikolaus? Dem hübschen Freund der Cousine am Familienfest?
Zum Glück gibt es neben „Last Christmas“ noch einen anderen Dauerbrenner in den Charts zu Weihnachten – mit einem weitaus höheren Realitätsbezug: Driving home for christmas von Chris Rea.

iStockphoto/thinkstock.de

„I’m driving home for christmas oh I can’t wait to see those faces
I’m driving home for christmas yea well I’m moving down that line
and it’s been so long but I will be there I sing this song
to pass the time away driving in my car driving home for christmas
it’s gonna take some time but I’ll get there.“

Wenn ich am 23. Dezember meine Reisetasche packen werde, wird dieses Lied in der Dauerschleife laufen. Mein Herz wird hüpfen und Chris Rea wird es aussprechen, ein ums andere Mal: „Oh, I can‘t wait to see those faces!“ und „It‘s been so long!“

Ich werde darüber nachdenken, wie verrückt das aussehen muss, von oben: Millionen von Menschen packen ihre Sachen zusammen und Geschenke ein, setzen sich in Autos, Flugzeuge und Züge, um sich für ein paar Tage um einen Baum oder Krippe zu versammeln. Alle gleichzeitig.

„I take a look at the driver next to me he’s just the same
he’s driving home driving home driving home for christmas.“

Alle, die mit Rucksack oder Koffer unterwegs sind, werde ich anlächeln und mich für ihn oder sie freuen. Ich weiß natürlich, dass die weihnachtliche Realität zwar vielleicht friedlicher als sonst ist, aber nicht durchgehend himmlisch. Zu hohe Erwartungen an die gemeinsame Zeit können diese natürlich auch verderben. Aber jetzt lasst mir einfach mal die Vorfreude!

„I sing this song to pass the time away …“ Das Lied wird mir in den Ohren klingen, wenn ich auf der Autobahn in den winterlichen Regenhimmel schaue, und dieser Ohrwurm wird mich nicht nerven, wenn ich im Zug dann die letzten 50 Kilometer zurücklege. Es ist einfach zu wahr!

An Weihnachten feiere ich natürlich, dass mein Schöpfer sich um uns kümmert, uns liebt, und uns so nahe kommen will. Aber auch: Dass die Familien in ganz Deutschland sich einmal im Jahr wieder treffen, aufraffen, zu verstehen versuchen, einander näherkommen. Hoffentlich.

Chris Rea singt weise, wahre, einfache Worte, Jahr um Jahr. Ob Wham Recht hat, darüber lässt sich streiten … aber bitte friedlich, bei Plätzchen und Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt oder in der geschmückten Küche!

 

Worauf wir uns freuen, wenn wir vier an Weihnachten nach Hause fahren? Wir haben das mal zusammengefasst:

We can’t wait to…

… eat Omas Kartoffelsalat! Außerdem freue ich mich auf das Krippenspiel in meiner alten Gemeinde. Das ist eines der wenigen Krippenspiele, bei denen man jedes Jahr noch gespannt in der Kirche sitzt und etwas ganz Neues an der Weihnachtsgeschichte entdeckt. Und ich freue mich auf die Weihnachtstour durchs Erzgebirge mit meiner Familie. Das ist erst etwas Besonderes, seit ich nicht mehr da wohne. (Kristina)

… mit 700 Leuten in unserer Kirche einen Weihnachtsgottesdienst nach dem anderen zu feiern! Dass 500 davon nur an Weihnachten in die Kirche gehen, ist kein Grund, sie müde zu belächeln, sondern ein super Grund, es ihnen besonders schön zu machen. Auf diese Menschen freue ich mich besonders! (Verena)

… see those faces of my family. Als ich klein war, habe ich mich immer gefragt, ob mein Vater sich überhaupt auf Weihnachten freute, obwohl er doch nur so wenige Geschenke bekam. Eins von meiner Mama vielleicht und ab und zu ein selbstgebasteltes Etwas von uns Kindern. Als ich ihn darauf ansprach, meinte er: „Aber Uta, das Wichtigste ist einfach die gemeinsame Zeit mit euch und das Besondere, Besinnliche.“ Ich weiß, dass ich mir das damals überhaupt nicht vorstellen konnte. Inzwischen bin ich schon genauso weise wie mein Papa die Geschenke sind mir wirklich total egal, ich will einfach nur meine Schwestern knuddeln und bei meinen Eltern sein. Besonders und besinnlich. (Uta)

… see meine Eltern und meinen Bruder. Das ist ja klar. Auf meine Großeltern freue ich mich natürlich auch. In diesem Jahr freue ich mich aber auch auf den Weihnachtsgottesdienst in meiner alten Gemeinde. Ich wusste das früher nie wirklich zu schätzen, aber wenn man seine alte Gemeinde lange Zeit nicht mehr gesehen hat, dann freut man sich sehr darauf, alle bei einem großen Gottesdienst wieder zu treffen. Und auf meine Freunde freue ich mich. Wir werden uns dieses Jahr, nachdem wir in unseren Familien gefeiert haben, noch treffen und zusammen feiern! (Micha)

 

Und sonst so:

  • Falls ihr „Driving home for christmas“ ebenfalls in der Dauerschleife hören wollt, ist das ein super Linktipp. Ist auch gut bei Liebeskummer (mit entsprechend anderem Lied natürlich) oder wenn man ein Lied auswendig lernen möchte.

 

  • Ein (leider etwas ironischer) Artikel über den Fußballer Cacau, dessen Kinder nur ein Weihnachtsgeschenk bekommen, um das Wesentliche nicht aus den Augen zu verlieren. Finde ich eine gute Idee, und der gemeine Autor bekommt bei den Kommentaren gehörig die Meinung gesagt.

 

  • Auf der dran-Facebook-Seite könnt ihr an unserer Umfrage zu den nervigsten Weihnachtsliedern aller Zeiten teilnehmen. Wham, train oder Mariah Carey? Wir sind gespannt, was ihr an Weihnachten so gar nicht hören könnt.

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