Eine Liebeserklärung an Mr. Proper

Wie konnte ich all die Zeit nur meiner Mutter das Vorrecht überlassen, meine Wäsche zu waschen! Jahrelang trugen meine Schwestern und ich großzügig unsere Wäschekörbe voller Kleidung in den Keller, wo die weiße Wundermaschine von Miele trohnt. Wenn wir mal ein paar Wochen nicht „dazu kamen“, unsere Wäsche abzuliefern, war das kein Problem, denn meine Mama liebte das Waschen anscheinend so sehr, dass sie sich die Klamotten eben selbst zusammensuchte.

Ganz so war es natürlich auch nicht. Ich bewundere meine Mutter dafür, dass sie trotz des nie versiegenden Wäschestroms den Überblick bewahrte. Selbst wenn wir alle gleichzeitig vom verregneten Zeltlager zurückkamen, verlor sie nie den Mut. Danke Mama, dass du all die Stunden in der dunklen, einsamen Waschküche ertragen hast. Trotzdem möchte ich hiermit verkünden: Waschen macht mir Spaß!

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Das konnte ich vor meinem Auszug nicht wissen, ich betätigte die Waschmaschine so selten, dass ich jedes Mal in den Jahren dazwischen vergaß, wie sie funktionierte. Die verschiedenen Waschprogramme waren mir unverständlich, die Bedeutung von „Feinwäsche“ und „Pflegeleicht“ unbekannt. Ich hatte ja keine Ahnung, was ich dadurch verpasste.

Doch nun weiß ich, welch eine Freude das Waschen ist! Leichter könnte Hausarbeit nicht sein: Wäsche zusammensammeln, ab in den Korb, alles in die Waschmaschine stopfen, Waschmittel einfüllen – Start! Danach ist das Zimmer aufgeräumt, und man muss nur noch warten. Manchmal sitze ich sogar vor der Waschmaschine, starre hinein und bin ganz beruhigt, weil da alles so einfach wirkt. Ich beneide meine Wäsche regelrecht: Ab und zu wünsche ich mir, dass ich meine Gedanken oder am besten gleich mich selbst in die Waschmaschine stopfen könnte. Einmal kräftig durchspülen und durchwringen, bitte! Danach wäre alles gut und sauber, und ich könnte von vorne beginnen. Ich bin froh, dass mein Gott mir das täglich, stündlich, minütlich möglich macht.

Zurück zur Wäsche in der Waschmaschine. Nicht, dass wir die noch vergessen (wie es mir anfangs so oft passierte): Nach 30 Minuten bis drei Stunden bekommen wir, durchgepustet und wie neu, unsere Klamotten zurück und müssen sie nur noch aufhängen bzw. dem Trockner überlassen. Beides hat – wie könnte es auch anders sein – nur Vorteile.

Beim Wäscheständer-Ausklappen und Kleidung-Aufhängen kommen einem die besten Ideen und man hat endlich Zeit, für alle Menschen dieser Welt zu beten. Außerdem: Erhalten die Menschen in Filmen nicht auch immer beim Wäscheaufhängen die Nachricht ihres Lebens?

Entscheidet man sich für die Trocknervariante, geht einem zwar die intime, persönliche Zeit mit der Wäsche verloren, dafür wird man aber entschädigt, sobald man in den noch warmen Schlafanzug steigt und sich in sein Bett kuschelt.

Hiermit ein Dankeschön an den Erfinder der Waschmaschine, den ich mir ungefähr so wie Mr. Proper vorstelle und ein Dankeschön an Hannes Jaenicke (siehe unten). Und natürlich an Gott, der mich täglich erneuert!

Erneuert euch aber in eurem Geist und Sinn und zieht den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit.“ (Epheser 4, 22-32)

 

Die richtige Waschmaschine kaufen

Wer kann, unbedingt in eine Waschmaschine mit Zeitanzeige („… noch 13 Minuten“) und Zeituhr investieren, dann geht die Maschine morgens zum Beispiel um sechs Uhr von selbst an und man wird schon von frischer Wäsche begrüßt. Wie könnte ein Tag besser anfangen?

Außerdem: Wäscheständer, der nach oben auffaltbar ist – praktisch für 2-Quadratmeter-Wohnungen. (So einen)

 

Die Wäsche richtig sortieren – oder auch nicht

Bei einem Heimaturlaub Anfang des Jahres sah ich mit meiner Mutter gemeinsam das ARD Buffet, eine Sendung rund um den Haushalt. Dort war der Schauspieler Hannes Jaenicke zu Gast, der sich sehr für den Umweltschutz einsetzt.

Sein Tipp zum Umweltschutz für jeden: „30 Grad reichen vollkommen für die meisten unserer Kleidungsstücke. Und da kann man dann auch die Waschmaschine richtig schön voll machen, ungeachtet der Farben.“

Danke, Hannes Jaenicke – nun fühle ich mich als umweltbewusste Managerin anstatt als unfähige, faule Hausfrau, wenn ich meine ganzen Kleidungsstücke auf einmal in die Waschmaschine stopfe.

 

Wäschekunde im Kindergarten

Im Zug von Köln nach Witten, 25.November 2011, gegen 20 Uhr: Der Kindergarten ist auf der Rückfahrt von einem Ausflug zum Planetarium.

Lukas (ca. 6-jähriger Junge) zu Erzieher Nr. 1: „Du, hast du eigentlich immer die gleiche Hose an? Die sehen immer gleich aus.“

Betreuer Nr. 1 (ca. 25 Jahre alt, mit carhatt-Hose):„Nein, Lukas, ich habe mehrere Hosen von der Marke, ich wasche die auch zwischendurch mal.“

Betreuerin Nr. 2: „Obwohl ich ja schon so ein paar Jungs kenne, die tun ihre Sachen nicht so schnell in die Wäsche, die riechen nur dran und unterscheiden dann zwischen ,geht vielleicht noch’ und ,geht auf jeden Fall noch’!“

Lukas: „Ja, das verstehe ich. Ich interessiere mich schließlich auch nicht so für Wäsche, eher für Technik und Autos und so.”

Ein Kommentar zu “Eine Liebeserklärung an Mr. Proper”

  1. JimbF_uda 9 Januar 2012 at 16:25 #

    Einfach super! Bei deinem Enthusiasmus bekommt man ja grad Lust auf Waschen. Und dass das alles so leicht geht beim Waschen, ist mir auch noch nicht so aufgefallen.. Mir kommt es eher wie viel “versteckte” Arbeit vor, das Wäsche sortieren, Maschine anlassen, Wäsche aufhängen und wieder abnehmen, zusammenlegen und wegräumen. Aber wenn man denkt, wie es (früher) ohne Waschmaschine war, kann man wirklich dankbar sein für diesen fleissigen Helfer.


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