Hauptwohnsitz oder Nebenwohnsitz?
Das Drama mit dem Ausweis
Ja, ich war tatsächlich kurz davor, im Rathaus von Witten in Tränen auszubrechen. Und das kam so: Es war höchstwahrscheinlich der 30. August, mein erster ganzer Tag in der neuen Heimat, als ich und eine meiner neuen Mitbewohnerinnen beschlossen, uns umzumelden. S
o was, das wusste ich, muss man machen. Hatte ich auch vorher schon mal gemacht. Nebenwohnsitz olé, und die richtige Heimat immer auf dem Ausweis in der Tasche.Außerdem gibt’s bei der Entscheidung für Haupt- oder Nebenwohnsitz auch so einiges an bürokratischen Gemeinheiten zu berücksichtigen.
Für mich war die Nebenwohnsitz-Variante immer günstiger, obwohl man in Jena sogar mit Geld und Gutscheinen beschenkt wird, wenn man dort seinen Hauptwohnsitz anmeldet. Nebenwohnsitz war auch der Plan für Witten.
I
ch saß also mit Birte und der gezogenen Nummer im Rathaus und wartete auf einen freien Mitarbeiter: „Einmal Nebenwohnsitz anmelden, bitte.“ – „Was machen Sie denn?“ – „Praktikum.“ – „Nö, da geht nur Hauptwohnsitz.“ Zack. Runter von der Nebenwohnsitz-Wolke. Diskutieren half auch nicht. Für die, die jetzt noch nicht sicher sind, was genau das Problem ist: Es gibt in so einem Fall keinen neuen Ausweis. Da wird ein Papierstreifen drübergeklebt, auf dem die neue Adresse steht. Wenn man Glück hat, auch noch handschriftlich und krakelig. So war ich innerhalb von fünf Minuten praktisch meine Herkunft los, zumindest gefühlt.
Das waren die schlimmsten fünf Minuten des ersten Tages. Inzwischen bin ich drüber weg. Und da mein Ausweis sowieso im nächsten Jahr abläuft, kann ich mir die zweite Schicht Klebezettel sparen. Trotzdem sollte man sich vielleicht vorher informieren, wie die jeweilige Stadt das ganze regelt, und welche Vor- und Nachteile Haupt- oder Nebenwohnsitz mitbringen. Dann läuft die ganze Sache hoffentlich weniger theatralisch ab als bei mir.
Kurz: Es hat mich überrascht, wie sehr ich immer noch an der Gegend hänge, in der ich aufgewachsen bin, obwohl ich da schon lange nicht mehr lebe. – Was ist Heimat?
Tipps zum Ummelden (Stand heute):
- An- bzw. Ummelden muss in den meisten Gemeinden innerhalb von 1-2 Wochen nach dem Umzug passieren, sonst zahlt man Strafe
- Nur in Bayern kann man seinen Wohnsitz ummelden, ohne persönlich in der Meldestelle zu erscheinen (sonst immer, weil der Ausweis umgeschrieben wird)
- Unterlagen: Perso und ggf. Reisepass, Mietvertrag, An- bzw. Ummeldeformulare (wenn die Sachen vorher schon ausgefüllt sind, geht’s schneller, die gibt’s meistens als PDF im Netz)
- Die Ummeldung ist normalerweise kostenlos, es gibt aber Ausnahmen (z.B. Hamburg – also vorher gucken oder zur Sicherheit etwas Geld mitnehmen)
- Um eine Nebenwohnung anzumelden, muss man vorhaben, mindestens 2 Monate (manche Bundesländer auch länger) in der neuen Wohnung zu wohnen
- Eigentlich ist die Entscheidung zwischen Haupt- und Nebenwohnsitz gesetzlich geregelt: Hauptwohnsitz ist da, wo man die meiste Zeit verbringt bzw. wo der „Mittelpunkt der Lebensbeziehungen“ ist
- In manchen Städten kann man trotzdem relativ frei wählen, dort gibt es oft Vergünstigungen oder Geschenke für die Hauptwohnsitz-Anmeldung
- Diese Liste enthält nur die wichtigsten Sachen und ist wahrscheinlich nicht vollständig. Im Zweifel also besser selber informieren. (z.B. über Versicherung, Harzt-IV-Bedarfsgemeinschaften, Post)
- Oder hier ergänzen …
Ein Kommentar zu “Hauptwohnsitz oder Nebenwohnsitz?”
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Hallo Ihr Lieben,
Ich hatte nie das Problem mit der Ummelderei hab mich halt immer komplett umgemeldet was dazu führt das mein ausweis mittlerweile 3 schichten mit papier auf sich hat ;-D und nächstes Jahr kommt die nächste dazu mal schaun wie lang die das mitmachen mein ausweis ist noch 3 Jahre Gültig^^