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	<title>Faszination Bibel</title>
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	<description>Das Buch der Bücher lieben lernen</description>
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		<title>12 : 12</title>
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		<pubDate>Sat, 12 May 2012 11:00:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrich Wendel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Jesus]]></category>
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		<description><![CDATA[Die einzige Tochter eines Synagogenvorstehers war todkrank und wurde dann von Jesus geheilt. Ebenso heilte Jesus eine Frau mit unstillbaren Blutungen. Die drei Evangelien berichten diese beiden Ereignisse in Verbindung miteinander. Die Heilung der Frau ereignet sich, während Jesus eigentlich auf dem Weg ist, das Mädchen zu heilen bzw. – da es mittlerweile gestorben ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die einzige Tochter eines Synagogenvorstehers war todkrank und wurde dann von Jesus geheilt. Ebenso heilte Jesus eine Frau mit unstillbaren Blutungen. Die drei Evangelien berichten diese beiden Ereignisse in Verbindung miteinander. Die Heilung der Frau ereignet sich, während Jesus eigentlich auf dem Weg ist, das Mädchen zu heilen bzw. – da es mittlerweile gestorben ist – aus dem Tod aufzuerwecken.</p>
<p>Das Lukasevangelium (8,40-55) stellt als einziges eine weitere Beziehung zwischen den beiden kranken Frauen her. Sie werden nicht nur am selben Tag von Jesus geheilt bzw. auferweckt. Sie sind auch verbunden durch ihr gleichzeitig gelebtes Leben. Lukas hebt das durch die Jahresangabe zwölf hervor.</p>
<p>Zwölf Jahre alt war das Mädchen geworden, bevor es erkrankte und starb (V. 42).</p>
<p>Zwölf Jahre lang hat die Frau an Blutungen gelitten – und in diesen Jahren alles Menschenmögliche versucht, davon loszukommen (V. 43).</p>
<p>Zweimal zwölf Jahre.</p>
<p>Das Mädchen: Zwölf normale Lebensjahre, vielleicht unbeschwert, vielleicht mit den normalen Kindersorgen der damaligen Zeit belastet. Sie hatte zumindest einen Vater, der sich sehr um sie kümmerte, als sie so ernst erkrankte. Ihr Vater wagte es, sich an Jesus zu wenden, obwohl der unter den jüdischen Frühenden umstritten war. Das war ihm seine Tochter wert. Einen solchen Vater zu haben – es wird nicht das schlechteste Leben gewesen sein, das das Mädchen gelebt hat. Zwölf Jahre lang.</p>
<p>Die Frau: Zwölf Leidensjahre, belastet von Krankheit. Die ganze Zeit religiös unwürdig – nicht zugelassen, um vor Gott zu erscheinen (den Reinigungsvorschriften der Juden zufolge). Immer neu zerrissen zwischen Hoffnung und Enttäuschung – würde dieser neue Arzt jetzt endlich Hilfe wissen? Nein, leider auch der nicht. Jahre des finanziellen Abstiegs: Die Ärzte waren teuer, aber ihre Heilkunst das Geld nicht wert. Eine Lebensphase, die eng eingerahmt war von der Krankheit und deren Folgen. Zwölf Jahre lang.</p>
<p>Hat Gott das Schicksal ungleich verteilt? Zwölf gute Jahre gegenüber zwölf schlechten Jahren? Oder war es irgendwie doch ausgeglichen – die Frau würde ja noch weiter leben; mehr schlecht als recht zwar, aber immerhin bleibt sie am Leben. Für das Mädchen war es nach zwölf Jahren zu Ende.</p>
<p>Egal ob auf der Sonnen- oder Schattenseite des Lebens, egal ob viel oder wenig Hoffnung oder am Ende gar keine mehr: Jesus greift nach diesen zweimal zwölf Jahren ein. Für beide geht es nun weiter: gesund. Mit einem unvergleichlichen Erlebnis der Größe Gottes. Mit einem Wissensvorsprung vor ihren Zeitgenossen – nämlich dass Jesus der Gesandte Gottes ist. Mit der Erfahrung, dass Gott auf Glauben (V. 48.50) reagiert.</p>
<p>Die sehr ungleich verlaufenen zweimal zwölf Jahre haben einen sehr gleichartigen Wendepunkt in die Zukunft.</p>
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		<title>Scheera</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Mar 2012 17:25:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrich Wendel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen der Bibel]]></category>
		<category><![CDATA[weiblich]]></category>

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		<description><![CDATA[Scheera war die Tochter von Ephraim, einem der Stammväter Israels. Eine außergewöhnliche Frau, die ganz anderes tat als das, was man von Frauen erwartete. Tochter Ephraims – eine Ephraimstochter? Da gab es doch … genau: Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz Ephraimstochter Langstrumpf. Das Mädchen, das Bärenkräfte hatte und sich nie um das scherte, was sich gehörte. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="JUSTIFY"><span style="color: #000000"><span style="font-family: Georgia"><span style="font-size: small">Scheera war die Tochter von Ephraim, einem der Stammväter Israels. Eine außergewöhnliche Frau, die ganz anderes tat als das, was man von Frauen erwartete.</span></span></span></p>
<p><span style="color: #000000"><span style="font-family: Georgia"><span style="font-size: small">Tochter Ephraims – eine Ephraimstochter? Da gab es doch … genau: Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz Ephraimstochter Langstrumpf. Das Mädchen, das Bärenkräfte hatte und sich nie um das scherte, was sich gehörte. Eine Ephraimstochter – und jetzt auch in der Bibel?</span></span></span></p>
<p><span style="color: #000000"><span style="font-family: Georgia"><span style="font-size: small">Ephraim hatte zunächst drei Söhne: Schutelach, Eser und Elad. Die waren mutig und unternehmungslustig, aber am Ende hatten sie sich verschätzt: Ihre Gegner waren zu stark für sie. </span></span></span><span style="color: #000000">„</span><span style="color: #000000"><span style="font-family: Georgia"><span style="font-size: small"><em>Sie wurden getötet, als sie versuchten, Vieh von den ortsansässigen Bauern bei Gat zu stehlen. Ihr Vater Ephraim trauerte lange um sie und seine Verwandten kamen, um ihn zu trösten. Danach schlief Ephraim wieder mit seiner Frau und sie wurde schwanger und bekam einen Sohn. Ephraim nannte ihn Beria, wegen des Unglücks, das über seine Familie gekommen war.“</em></span></span></span><span style="color: #000000"><span style="font-family: Georgia"><span style="font-size: small">(1. Chronik 7,21-23)</span></span></span></p>
<p><span style="color: #000000"><span style="font-family: Georgia"><span style="font-size: small">Ein Familiendrama – eine traumatische Erfahrung für den Vater. Der vierte Sohn trägt das aus, auch durch seinen Namen, in dem das Wort für „Unheil“ anklingt. Es war damals in Israel nicht ungewöhnlich, Kinder nach erschütternden Ereignissen zu nennen: Ikabod hieß so, weil Gottes Herrlichkeit aus Israel ausgewandert war; Jabez&#8217; Name erinnerte daran, dass seine Mutter ihn mit Schmerzen geboren hatte. Aber wie diese Jungs mit ihren Namen zurechtkamen, ist nicht überliefert.</span></span></span></p>
<p><span style="color: #000000"><span style="font-family: Georgia"><span style="font-size: small">Für Vater Ephraim war die Welt jetzt wohl wieder einigermaßen in Ordnung. Ein Sohn war wieder im Haus. Aber …</span></span></span></p>
<p><span style="color: #000000"><span style="font-family: Georgia"><span style="font-size: small">Ephraim hatte auch noch eine Tochter: Scheera. (Gesprochen: Schä-ärá.) Ob sie erst nach den drei getöteten Söhnen zur Welt kam, wird nicht berichtet. Vielleicht lebte sie auch schon vorher – dann schien sie aber als Tochter nicht groß ins Gewicht gefallen zu sein, zumindest war sie kein Trost für den Vater, dem es auf einen lebendigen Sohn ankam.</span></span></span></p>
<p><span style="color: #000000">„</span><span style="color: #000000"><span style="font-family: Georgia"><span style="font-size: small"><em>Ephraim hatte eine Tochter namens Scheera. Sie erbaute das untere und das obere Bet-Horon und Usen-Scheera.</em></span></span></span><span style="color: #000000"><span style="font-family: Georgia"><span style="font-size: small">(1. Chronik 7,24) Man muss schon zweimal hinsehen, um zu erfassen, was hier so beiläufig in den Bericht eingestreut wird: Scheera war eine Städtegründerin und zog drei Städte hoch. Als Frau. Im Schatten der toten Brüder und des lebenden Bruders. Schatten … der war allerdings nicht so dunkel, das sie völlig darin verschwunden wäre. Der Bericht der Bibel beleuchtet wenigstens, was sie tat.</span></span></span></p>
<p><span style="color: #000000"><span style="font-family: Georgia"><span style="font-size: small">Eine Städtebauerin: Damit spielt sie in der Bibel in der gleichen Liga wie Nimrod, der erste Gewaltherrscher auf Eden, wie Josua, der Nachfolger von Mose, und wie Salomo, der König mit dem größten Reich in der Geschichte Israels (1. Mose 10,11; Josua 19,10; 1. Könige 9,17). Wie sie das gemacht hat? Hat sie selbst Lehm gerührt und Ziegel geschichtet? Oder eher die Pläne gezeichnet? Oder Handwerker akquiriert und die Logistik verwaltet? Oder alles zusammen? Hier liegt wieder Schatten über ihrer Geschichte – man weiß es nicht.</span></span></span></p>
<p><span style="color: #000000"><span style="font-family: Georgia"><span style="font-size: small">Eins aber ist klar: Sie muss eine weitblickende Strategin gewesen sein. Denn zwei der Städte, die sie baute, das obere und das untere Bet-Horon, sind strategisch außerordentlich günstig gelegen: am unteren und oberen Ende einer engen Passstraße. Wer hinauf auf die Höhe oder in Gegenrichtung ins Tal wollte, konnte nur diesen Weg nehmen und musste die beiden Städte passieren. Für Handelswege und Verteidigung waren solche strategischen Orte unschätzbar wertvoll. In mehreren Feldzügen spielte die Doppelstadt eine Rolle.</span></span></span></p>
<p><span style="color: #000000"><span style="font-family: Georgia"><span style="font-size: small">Wer die Familiengeschichte von Ephraim weiter liest, arbeitet sich durch eine Reihe von Namen und Generationenfolgen vor bis zu Josua, dem Sohn von Nun (1. Chronik 7,27). Dieser Nachfolger von Mose also war ein x-ter Urenkel von Ephraim. Kurze Zusammenfassung zur Erinnerung: Ephraim war Enkel und dann Adoptivsohn von Jakob. Er und seine Brüder – die Söhne Jakobs – wurden zu den Stammvätern Israels: Die zwölf Stämme tragen ihre Namen. Die Familien dieser Zwölf gelangte auf abenteuerlichem Weg nach Ägypten, vermehrten sich dort außerordentlich und wurden deshalb von den Ägyptern – die Angst vor Überfremdung hatten – als Sklaven gehalten. Gott befreite das Volk schließlich, ließ es eine Generation lang durch die Wüste ziehen – und dann konnten sie sich im Land Kanaan ansiedeln. Jeder Volksstamm füllte ein bestimmtes Gebiet. Josua, der x-te Enkel Ephraims, leitete das an. So die zusammenfassenden Überblicksberichte der Bibel.</span></span></span></p>
<p><span style="color: #000000"><span style="font-family: Georgia"><span style="font-size: small">Zum Gebiet des Stammes Ephraim gehörte unter anderem auch eine geografisch sehr günstig gelegene Doppelstadt: Bet-Horon. Die Gründung von Scheera. Jahrhunderte lang war Israel weit entfernt von diesem Land gewesen (als es in Ägypten lebte), aber jetzt, nach Generationen, kamen sie zurück – und Bet-Horon kam zum Stamm Ephraim zurück. Eine unglaubliche Nachwirkung dessen, was Scheera getan hatte. Die Doppelstadt Bet-Horon war seitdem so hochgeschätzt, dass König Salomo sie später selbst zu Festungen ausbaute.</span></span></span></p>
<p><span style="color: #000000"><span style="font-family: Georgia"><span style="font-size: small">Ephraim, möchte man ihn fragen, wusstest du, was du für eine Tochter hast? Hast du mitbekommen, was die auf die Beine gestellt hat? Oder hast du dich auf deine Söhne konzentriert und alles war gut, als du endlich wieder einen bekamst? Ephraim, mach die Augen auf und schau mal hin, was deine Tochter Scheera für eine Frau ist!</span></span></span></p>
<p><span style="color: #000000"><span style="font-family: Georgia"><span style="font-size: small">Und falls du gemerkt hast, was Scheera drauf hatte – warst du dafür oder dagegen gewesen? Hast du sie desinteressiert machen lassen oder hast du sie ermutigt und gefördert? Oder – was vielleicht die schlechteste aller Möglichkeiten wäre – warst du erst dagegen, hast dann aber mit ihr angegeben, als sie es geschafft hat?</span></span></span></p>
<p><span style="color: #000000"><span style="font-family: Georgia"><span style="font-size: small">Scheera, wie kamst du nur auf die Idee, drei Städte zu bauen? Hast du darum kämpfen müssen, dass man deinen Plänen folgte? Hättest du geahnt, was für eine unfassbar lange Nachgeschichte dein Werk haben würde? Dass dein Volk Generationen später davon profitieren würde?</span></span></span><br />
<span style="color: #000000"><span style="font-family: Georgia"><span style="font-size: small">Und du, Berichterstatter des Chronikbuches, was hast du gedacht, als du die Notiz über Scheera fandest? Warst du verblüfft, vielleicht sogar begeistert von diese Frau? Oder konntest du dir gar nicht vorstellen, warum dieser Hinweis in das Generationenverzeichnis der Männer eingestreut war? Ob du einen Moment in der Versuchung gestanden hast, diese Notiz unter den Tisch fallen zu lassen? Oder hast du es mit Ehrfurcht niedergeschrieben – Ehrfurcht davor, dass es einen Gott gibt, der Menschen nicht eingrenzt in das, was man allgemein von ihnen erwartet, sondern der jeden persönlich nach seinen Möglichkeiten und Grenzen leben lässt, der jedem ins Herz sieht und dem es darauf ankommt, dass jeder das auslebt, was Gott in ihn hineingelegt hat? Der wollte, dass eine Scheera ihre Städte baute?</span></span></span></p>
<p><span style="color: #000000"><span style="font-family: Georgia"><span style="font-size: small">Gott sei Dank, dass der Hinweis auf Scheera nicht verloren ging, sondern seinen Platz in Gottes Wort gefunden hat: als Erinnerung daran, dass Ausnahmemenschen immer ihren Raum vor Gott haben, dass die Wirkung des eigenen Tuns und Lassens hoffnungsvoll weit über die eigene Lebenszeit hinaus reichen kann und dass es weise ist, genau hinzusehen und über das Besondere von Menschen zu stolpern.</span></span></span></p>
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		<title>Gegenkräfte Gottes 3</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Jan 2012 17:39:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrich Wendel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Biblische Denkmuster]]></category>
		<category><![CDATA[Gegenkräfte Gottes]]></category>
		<category><![CDATA[Reich Gottes]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich finde, es gibt keine „biblischen Prinzipien“. Denn solche Prinzipien wären ja Gesetzmäßigkeiten, die aus sich heraus funktionieren. Die Bibel ist aber das Buch von der Geschichte Gottes, die er mit uns Menschen schreibt. Er ist der lebendige Gott. Er ist keinen „Prinzipien“ unterworfen. Wir können in der Bibel aber durchaus seine Handschrift entdecken. Und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich finde, es gibt keine „biblischen Prinzipien“. Denn solche Prinzipien wären ja Gesetzmäßigkeiten, die aus sich heraus funktionieren. Die Bibel ist aber das Buch von der Geschichte Gottes, die er mit uns Menschen schreibt. Er ist der lebendige Gott. Er ist keinen „Prinzipien“ unterworfen.</p>
<p>Wir können in der Bibel aber durchaus seine Handschrift entdecken. Und dazu gehören, finde ich, die Gegenkräfte Gottes. Was ich damit meine, steht <a href="http://blog.bibel.de/2012/01/02/gegenkrafte-gottes/">hier </a>und <a href="http://blog.bibel.de/2012/01/20/gegenkrafte-gottes-2/">hier</a>.</p>
<p>Ich möchte zwei weitere Beispiele für diese „Handschrift Gottes“ zeigen: Stellen, wo deutlich wird, wie er Gegenkräfte gegen das Negative setzt.</p>
<p>Grundlegend dafür, wie Jesus das Reich Gottes versteht, ist das Gleichnis vom Sämann, Matthäus 13,1-23. Die lebensfeindlichen Kräfte, die gegen Gott stehen, sind klar genannt: der Teufel, der den Menschen das Gehörte wegnimmt. Verfolgung wegen des Glaubens. Alltägliche Sorgen und Streben nach Reichtum. Was macht Gott? Er bekämpft das Negative hier nicht direkt. Im Bilde gesprochen: Er pflügt den festgetretenen Weg nicht auf, er schütte keine Erde auf dem Felsen auf, er reißt die Dornen nicht raus. Und doch entsteht unter diesen widrigen Bedingungen eine reiche Ernte &#8212; bis zu hundertfach. Gott kommt zum Ziel und seine Lebens-Gegenkraft ist stärker als drei negative Kräfte. Das Leben ist möglich, auch wenn die Schwierigkeiten nicht beseitigt sind.</p>
<p>Das andere Beispiel: 1. Johannes 4,4. „Der Geist, der in euch lebt, ist größer als der Geist, der die Welt regiert.“ Wie gelassen kann man sein, obwohl ein Geist diese Welt regiert, der nicht von Gott ist. Den muss man nicht bis zur Erschöpfung bekämpfen. Zuerst darf man darauf bauen: „Der Geist, der in uns lebt, ist größer.“ Gottes Gegenkraft.</p>
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		<title>Gegenkräfte Gottes 2</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Jan 2012 08:35:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrich Wendel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gegenkräfte Gottes]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn Gott hilft, beseitigt er nicht alle Probleme und legt nicht alle Hürden nieder. Seine Reaktion sieht oft anders aus. Gibt es für diese Wesensart Gottes noch mehr Beispiele aus der Bibel? Sehr aussagekräftig finde ich die Seligpreisungen, Matthäus 5,3-11. In ihnen lässt Jesus deutlich spüren, wie gut er die Realitäten unseres Lebens kennt: Armut, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn Gott hilft, beseitigt er nicht alle Probleme und legt nicht alle Hürden nieder. Seine Reaktion sieht oft anders aus. Gibt es für diese Wesensart Gottes noch mehr Beispiele aus der Bibel?</p>
<p>Sehr aussagekräftig finde ich die Seligpreisungen, Matthäus 5,3-11. In ihnen lässt Jesus deutlich spüren, wie gut er die Realitäten unseres Lebens kennt: Armut, Trauer, Hunger, Durst, Unterlegen sein. Auch die Angreifbarkeit und Ausnutzbarkeit eines reinen Herzens.</p>
<p>Was er dagegen setzt, ist nun nicht Reichtum oder Auskommen, nicht Freiheit von traurigen Erlebnissen, nicht überlegene Kraft. Sondern es sind andere Gaben, die Gott verspricht: Anteil an der Königsherrrschaft Gottes. Trost. Zugang zu dem Land, das Gott seinem Volk versprochen hat. Satt werden. Erbarmen. Gott sehen dürfen. Eine unvergleichlich kostbare Identität als Kinder Gottes.</p>
<p>Gott setzt also jeweils etwas „dagegen“. Manchmal kann das direkt mit dem Problem zusammenhängen: Hunger und Durst – satt werden. Oft aber ist es eine andere Gabe, die uns imstande setzt, die momentane Problemlage zu bewältigen.</p>
<p>Zu diesen Gegenkräften, die oft erst für später in Aussicht gestellt werden, kommt noch etwas anderes: das Glück <em>jetzt</em>. „Selig sind &#8230;“ heißt ja: Glücklich zu preisen sind die, die jetzt in den schwierigen Situationen stecken. Beneidenswert sind sie. Jetzt schon – auch wenn Gottes Gegenkraft erst künftig wirksam werden sollte.</p>
<p>Unterm Strich wird Gottes Grundmuster, finde ich, gut erkennbar: Er reagiert sehr wohl. Aber nicht indem er Schwierigkeiten wegnimmt, sondern indem er eine passende Gegenkraft heranbringt.</p>
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		<title>Was ist so schön an den fünf Büchern Mose?</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Jan 2012 08:09:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrich Wendel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gesetz]]></category>
		<category><![CDATA[Psalm]]></category>
		<category><![CDATA[Staunen]]></category>

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		<description><![CDATA[In den letzten Jahren habe ich mich ein wenig mit dem 119.Psalm angefreundet. Vorher war er für mich eher das Beispiel eines unlesbaren biblischen Buches: 176 Verse, toller Witz! Und dann auch noch alles um dasselbe Thema: Gottes Gesetz. Aber wenn man einmal, zweimal liest, entdeckt man nicht nur die besonders prägnanten Sätze in diesem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In den letzten Jahren habe ich mich ein wenig mit dem 119.Psalm angefreundet. Vorher war er für mich eher das Beispiel eines unlesbaren biblischen Buches: 176 Verse, toller Witz! Und dann auch noch alles um dasselbe Thema: Gottes Gesetz.</p>
<p>Aber wenn man einmal, zweimal liest, entdeckt man nicht nur die besonders prägnanten Sätze in diesem Psalm, sondern irgendwann auch etwas von der Person des Beters, seiner Lage, seiner Wesensart. Das macht ihn sympathisch.</p>
<p>Interessant ist auch das Haupt-Vokabular. Fünf verschiedene Ausdrücke für Gottes Gebote verwendet der Psalm (und gelegentlich noch ein weiteres). Die Anmerkungen in der Übersetzung von <a href="http://www.kh-vanheiden.de/">Karl-Heinz Vanheiden</a> (zu Psalm 119,5-16) geben eine gute Übersicht und zeigen außerdem sehr schön, wie gleichmäßig die Wort-Verwendung verteilt ist – offenbar eine bewusste Konzeption in diesem Psalm.</p>
<p>Von hier ausgehend wird es aber etwas rätselhaft für mich: Welches Gesetz, welche Worte Gottes meint der Psalm? Es kann ja nicht die ganze Bibel sein – die gab es damals noch nicht. Es kann allenfalls das Gesetz in den fünf Büchern Mose sein. Was aber ist gerade daran so toll?</p>
<p>Wenn ich beschreiben sollte, was mich an der Heiligen Schrift fasziniert und wie ich Gottes Wege am klarsten erfasse, dann denke ich an die Erzählungen über Gottes Volk und Gottes Treue. Die Propheten. Was Beter in den Psalmen bekennen. Jesus natürlich und seine Nachfolger. Die Tiefe und persönliche Färbung der Briefe von Paulus. Hier wird mir das Herz warm. Hier sehe ich Gottes Treue.</p>
<p>In den Fünf Büchern Mose natürlich auch: die Berichte über Abraham, Isaak, Jakob, Josef. Wie Mose mit Gott und den Leuten klarkam. Wie Gott mit Mose und den Leuten klarkam. Ein paar wunderbare Formulierungen im 5. Mosebuch. Auch in 4. Mose sind einige bewegende Berichte enthalten.</p>
<p>Aber das meiste in den ersten fünf Büchern der Bibel sind eben Vorschriften und Gesetze. Gerade hierüber war der Beter von Psalm 119 begeistert. Gerade über die Textstrecken, die für mich am farblosesten sind.</p>
<p>Seltsam. Was hat der Beter entdeckt, was ich noch nicht gefunden habe?</p>
<p>Kommentare sind willkommen!</p>
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		<title>Gegenkräfte Gottes</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Jan 2012 10:25:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrich Wendel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Biblische Denkmuster]]></category>
		<category><![CDATA[Gegenkräfte Gottes]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer hätte nicht schon oft gebetet, dass Gott ein Problem beseitigen möge? Dann wäre die Last weg, die Mauer geöffnet, die Krankheit geheilt. So zu beten ist völlig in Ordnung und in Gottes Wort kommen solche Gebete oft vor. Allerdings hilft Gott nicht immer so, dass er Probleme wegnimmt. Oftmals – ja vielleicht sogar überwiegend? [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer hätte nicht schon oft gebetet, dass Gott ein Problem beseitigen möge? Dann wäre die Last weg, die Mauer geöffnet, die Krankheit geheilt.</p>
<p>So zu beten ist völlig in Ordnung und in Gottes Wort kommen solche Gebete oft vor.  Allerdings hilft Gott nicht immer so, dass er Probleme wegnimmt. Oftmals – ja vielleicht sogar überwiegend? Vielleicht ist das sogar seine bevorzugte Art zu helfen? – oftmals setzt Gott eine Gegenkraft zu dem Problem. Dann ist eine Lösung gegeben, aber die Schwierigkeit ist nicht verschwunden, sondern weiter vorhanden. Sie könnte weiter entmutigen, lähmen – wenn man nur auf sie schauen würde und nicht auf Gottes Gegenkraft.</p>
<p>Zwei kurze Beispiele für diese Art Gottes:</p>
<p>In Psalm 23 freut sich David, dass Gott ihm einen Tisch deckt mitten unter den Feinden – und die Feinde schauen zu. David also geht es gut. Die Feinde sind allerdings noch da. Sie könnten sich laut bemerkbar machen, aber für den, der auf Gott vertraut, bestimmen die Feinde nicht mehr die  Situation.</p>
<p>Jesaja 43,1-7: ein außerordentlich tröstliches Versprechen von Gottes Hilfe. „Wenn du durch Wasser gehst, werde ich bei dir sein. Ströme sollen dich nicht überfluten! Wenn du durch Feuer gehst, wirst du nicht verbrennen; die Flammen werden dich nicht verzehren!“ (Vers 2) Gott greift ein. Gemütlich wird die Lage dadurch nicht: Der Beter muss nach wie vor durchs tiefe Wasser. Die Flammen sind nicht ausgelöscht. Aber Gott bringt da durch.</p>
<p>Der gedeckte Tisch wie ein Auge im Sturm; die Begleitung Gottes durch Wasser und Feuer: Das sind Gegenkräfte Gottes.</p>
<p>Ist das wirklich eine bevorzugte Handlungsweise Gottes? Ein biblisches Denkmuster? Passt das Leben von Jesus dazu? Und wie sieht unser Glauben aus, wenn Gott so denkt? In kommenden Posts möchte ich diesen Fragen nachgehen.</p>
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		<title>Wie höre ich es, wenn Gott mir etwas sagt?</title>
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		<pubDate>Fri, 09 Dec 2011 11:59:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrich Wendel</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Gott redet]]></category>
		<category><![CDATA[Nehemia]]></category>
		<category><![CDATA[Wie höre ich Gottes Reden?]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Bibel ist voll von Menschen, die Gott haben reden hören. Einige haben quasi akustisch etwas gehört, andere etwas Klares vor Augen gesehen, wieder andere haben geträumt – und bei einer ganzen Reihe kam Gottes Reden sehr deutlich und unterscheidbar zu ihnen, ohne dass man erfährt, wie genau das vor sich gegangen ist. Viele dieser [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Bibel ist voll von Menschen, die Gott haben reden hören. Einige haben quasi akustisch etwas gehört, andere etwas Klares vor Augen gesehen, wieder andere haben geträumt – und bei einer ganzen Reihe kam Gottes Reden sehr deutlich und unterscheidbar zu ihnen, ohne dass man erfährt, wie genau das vor sich gegangen ist.</p>
<p>Viele dieser Arten, wie Gott redet, gehören nicht unbedingt zu unserer heutigen Alltagserfahrung – zu meiner jedenfalls nicht. Es wirkt oft ein wenig übernatürlich.</p>
<p>Der Mensch aus der Bibel, der mir da vielleicht am ähnlichsten ist, ist Nehemia. Er hat klar in Gottes Auftrag gehandelt und war sich dessen bewusst, dass Gott ihm etwas gesagt hatte. Aber zu ihm war weder ein Prophet gekommen noch hat er nachts etwas geträumt noch wird von einer anderen besonderen Offenbarung berichtet. Vielmehr hat er einen aufwühlenden Zustandsbericht gehört, hat sich das unter die Haut gehen lassen, hat mit Gott darüber gesprochen – und als dann plötzlich und unerwartet eine Gelegenheit zum Handeln kam, hat er –  nach einem Stoßgebet – reagiert und gehandelt Und damit geht sein Werk los. Er weiß, was er zu tun hat, und er erlebt so viel Erfolg, dass er das nur als „Gottes gütige Hand über ihm“ deuten kann (Nehemia 1–2).</p>
<p>Irgendwann währenddessen kann Nehemia auch davon sprechen, „was Gott mir als Plan ins Herz gegeben hat“ (Nehemia 2,12). Aber wenn man sich nun fragt, wann das passiert ist und wie es vor sich ging, dann findet man im biblischen Bericht nichts weiter als das schon Erwähnte: hören, wahrnehmen, sich betreffen lassen, beten, planen, geistesgegenwärtig reagieren.</p>
<p>Wie redet Gott? Offenbar auch durch eine Summe verschiedenartiger Erfahrungen und „Stationen“ – und im Ergebnis kommt dann dabei heraus, dass Gott so geredet hat.</p>
<p>Später berichtet Nehemia noch einmal davon, das Gott ihm einen Gedanken ins Herz gegeben hat (Nehemia 7,5). Das passierte offenbar so, dass er ein altes Dokument fand und dann meinte, eine solche Übersicht wäre jetzt auch wieder nützlich. War das nur eine gute Idee? Nehemia hat mehr darin gesehen, nämlich eine Anregung Gottes. Aber wodurch sich diese „gute Idee“ von anderen guten Ideen qualitativ noch einmal unterschied, erfahren wir leider nicht.</p>
<p>Ich habe Gottes Reden oft so erlebt, dass ich grundsätzlich aufmerksam für ihn zu leben versuchte, betete, mit ihm besprach, was an Eindrücken auf mich zukam und dass dann Ideen entstanden. Immer wieder hat Gott dann daraus etwas machen können, meine ich. Diese Art von Nehemia, Gott reden zu hören, kommt mir recht vertraut vor. Sie scheint alltäglich und gleichzeitig geistlich zu sein.</p>
<p>Auf der anderen Seite ist das nicht immer ein deutliches Reden – denn wie gesagt: Wie unterscheide ich denn meine guten Ideen von Gottes Ideen?</p>
<p>Ich verliere also nicht aus dem Blick, dass – der Bibel zufolge – Gott noch viele andere, auch deutliche, auch un-alltägliche und übernatürliche Weisen hat zu reden. Um so etwas bitte ich ihn immer wieder. Zugleich sehe ich an Nehemia, dass meine Alltags-Auffassung ebenfalls ein Reden Gottes sein kann.</p>
<p>Wie sagte Jesus in anderem Zusammenhang? Das eine soll man tun und das andere nicht lassen.</p>
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		<title>Tempelreparatur</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Nov 2011 18:56:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrich Wendel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Bibelwirkung]]></category>
		<category><![CDATA[Zuspruch]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn unser Körper ein Tempel des Heiligen Geistes ist (1. Korinther 3,16) – dann müsste doch jede medizinische Behandlung eine Art Tempelreparatur sein. Und wenn das stimmt und eine Wahrheit aus Gottes Sicht enthält – müsste dann nicht der Gedanke daran etwas Gelassenheit spenden während eines Eingriffs? Immerhin geht es ja dann um Gottes Sache, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn unser Körper ein Tempel des Heiligen Geistes ist (1. Korinther 3,16) – dann müsste doch jede medizinische Behandlung eine Art Tempelreparatur sein. Und wenn das stimmt und eine Wahrheit aus Gottes Sicht enthält – müsste dann nicht der Gedanke daran etwas Gelassenheit spenden während eines Eingriffs? Immerhin geht es ja dann um Gottes Sache, um seinen Tempel.<br />
Ich habe es heute ausprobiert während einer neunzigminütigen lokal betäubten Kieferoperation. Ergebnis: Für manche Momente war es gut, die Gedanken auf dieses Bibelwort zu konzentrieren. Meist aber waren andere Eindrücke stärker, die auf mich einströmten: Geräusche, Gepieke …<br />
Trotzdem ist es ja richtig: Gott hat mich mitsamt und als Körper geschaffen und kümmert sich dann auch drum. Sowieso sind ja alle Haare auf meinem Kopf gezählt (Lukas 12,7).<br />
Ich werde jedenfalls weiter daran festhalten, mich in kritischen Situationen an Schriftworten zu verankern. Es zumindest zu versuchen. Das wird nicht immer alles anders machen – aber doch besser als ohne diese Versuche.</p>
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		<title>Was ist heilig?</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Nov 2011 07:17:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrich Wendel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Freude]]></category>
		<category><![CDATA[heilig]]></category>
		<category><![CDATA[Nehemia]]></category>

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		<description><![CDATA[Heilig – ist das eine ehrfürchtige Haltung? Im vollen Bewusstsein des Ernstes der Lage? Kann man unbefangen zu Gott hinschlendern und dabei seine Heiligkeit beachten? Heiligkeit ist sicher eine sehr vielschichtige Sache. „Viel-schichtig“: Dabei ist es also wichtig, bestimmte Schichten nicht zu übersehen. Eine dieser Schichten ist Freude! Und Trauer oder Schrecken passt dann überhaupt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heilig – ist das eine ehrfürchtige Haltung? Im vollen Bewusstsein des Ernstes der Lage? Kann man unbefangen zu Gott hinschlendern und dabei seine Heiligkeit beachten?</p>
<p>Heiligkeit ist sicher eine sehr vielschichtige Sache. „Viel-schichtig“: Dabei ist es also wichtig, bestimmte Schichten nicht zu übersehen.</p>
<p>Eine dieser Schichten ist Freude! Und Trauer oder Schrecken passt dann überhaupt nicht zur Heiligkeit. Das wurde mir deutlich im Bericht darüber, wie die Israeliten sich fünf  Stunden lang Gottes Wort vorlesen ließen (<a href="http://www.bibleserver.com/text/NL/Nehemia8">Nehemia 7,72–8,12</a>). Sie hatten es offenbar lange Zeit vergessen. Jetzt hören sie es neu und sind sehr verstört. Es hat sie voll getroffen.</p>
<p>Das ist ein heiliger Moment. Die Israeliten brachen in Tränen aus – aber diejenigen, die Gottes Wort vorgelesen hatten (Esra, Nehemia, schriftkundige Leviten) melden sich sofort: Nein, nicht weinen, nicht schockiert sein! Ihr sollt euch vielmehr freuen und ein üppiges Fest feiern. Denn – und die Begründung ist entscheidend! – denn heute ist ein heiliger Tag für den Herrn euren Gott. Dreimal wird dieser Zusammenhang betont (Nehemia 8,9.10.11).</p>
<p>Von Gott getroffen werden ist heilig. Dann traurig sein ist nicht heilig. Heilig ist, sich zu freuen, weil man Gott verstanden hat.</p>
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		<title>Was Väter richtig machen können</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Nov 2011 09:28:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrich Wendel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen der Bibel]]></category>
		<category><![CDATA[Mut]]></category>
		<category><![CDATA[Väter]]></category>

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		<description><![CDATA[Andreas – ein Verwandter von mir – ist Vater von vier Kindern und ich bewundere, wie er das schafft. Aber noch etwas hat er mir voraus: Er kennt Joasch. Ich habe den erst bewusst wahrgenommen, als er mir davon erzählte. Joasch ist der Vater von Gideon, von dem im Richterbuch, Kapitel 6–8, berichtet wird. Gideon [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Andreas – ein Verwandter von mir – ist Vater von vier Kindern und ich bewundere, wie er das schafft. Aber noch etwas hat er mir voraus: Er kennt Joasch. Ich habe den erst bewusst wahrgenommen, als er mir davon erzählte.</p>
<p>Joasch ist der Vater von Gideon, von dem im Richterbuch, Kapitel 6–8, berichtet wird. Gideon hatte eine unerwartete Begegnung mit Gott und bekam den Auftrag, er solle Gottes Volk, die Israeliten, befreien. Sie waren von Feinden bedrängt. Die erste Aktion aber richtete sich nicht gegen die Feinde, sondern gegen den verfälschten Glauben im eigenen Volk: Viele suchten nicht mehr nach Jahwe, dem Gott der Väter, sondern glaubten an Baal und die Göttin Aschera. Gideon sollte hier ein Zeichen setzen und den Altar Baals und das Götzenbild von Aschera verwüsten.</p>
<p>Das Pikante dabei: Der Altar gehörte Joasch, Gideons Vater. Außerdem lautete der Auftrag Gottes: Gideon solle für Jahwe einen Stier opfern (das Feuer genährt vom Holz des Götzenbildes), und auch den Stier sollte er von seinem Vater nehmen. Gideon hatte also alle Chancen, es sich nicht nur mit dem eigenen Volk zu verderben, sondern auch mit dem eigenen Vater. Tatsächlich hatte Gideon Angst vor der Reaktion seiner Sippe.</p>
<p>Dennoch traute er sich und führte bei Nacht und Nebel die Aktion durch. Doch schnell kam heraus, wer’s gewesen war. Vater Joasch (seit dieser Nacht um einen Stier und einen Altar ärmer) sollte seinen Sohn herausrücken, damit man ihn lynchen kann.</p>
<p>Und nun kommt der Moment, wo Joasch aus irgend einem Grund über sich hinauswächst, umschaltet, sich völlig anders als bisher orientiert. Er bricht mit der Loyalität zu Baal und Aschera und stellt sich voll und ganz hinter seinen Sohn:</p>
<p><em>»Aber Joasch erwiderte allen, die um ihn herumstanden: ›Wollt ihr Baal etwa verteidigen? Wollt ihr ihn retten? Wer für ihn kämpft, soll noch an diesem Morgen sterben! Wenn Baal tatsächlich ein Gott ist, wird er sich selbst dafür rächen, dass jemand seinen Altar eingerissen hat!‹ Von da an wurde Gideon Jerubbaal genannt, das bedeutet: ›Möge Baal sich selbst rächen‹, weil er den Altar des Baal eingerissen hatte.« </em>(Richter 6,31+32)</p>
<p>Joasch begreift, dass sein Sohn Gideon ihm eine sehr große Erfahrung mit dem wahren Gott voraus hat. Er erfasst irgendwie, dass er selbst, Joasch, auf dem falschen Dampfer war. Plötzlich zweifelt er an seinem bisherigen Gott und an seiner bisherigen Religion. Er erkennt das an, was sein Sohn – über ihn hinausgehend – vom Gott der Väter erfahren hat. Er stellt sich dazu, schützt und fördert seinen Sohn. Auch um den Preis, dass er jetzt – mit Gideon – gegen das Volk steht. Vom verlorenen Stier schon gar nicht zu reden.</p>
<p>Für mich ist das ein wunderbares Beispiel dafür, was Väter richtig machen können: Nicht beim eigenen Lebensentwurf stehenbleiben, sondern mit den Kindern dort mitgehen, wo die näher zu Gott gelangen, konsequenter Jesus nachfolgen, besseres Gespür für Gottes Reich haben. Als Vater nicht nur davon profitieren, sondern das stärken und – im Rahmen der eigenen Möglichkeiten – weiter nach vorn bringen. Für Gideon entstand daraus eine neue Facette seiner Identität: eine wichtige Erfahrung in seinem Leben, die ihm einen neuen Namen eintrug.</p>
<p>Ich hoffe für Väter wie Andreas und mich, dass wir im richtigen Moment so sind wie Joasch.</p>
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