Gegenkräfte Gottes 2
Wenn Gott hilft, beseitigt er nicht alle Probleme und legt nicht alle Hürden nieder. Seine Reaktion sieht oft anders aus. Gibt es für diese Wesensart Gottes noch mehr Beispiele aus der Bibel?
Sehr aussagekräftig finde ich die Seligpreisungen, Matthäus 5,3-11. In ihnen lässt Jesus deutlich spüren, wie gut er die Realitäten unseres Lebens kennt: Armut, Trauer, Hunger, Durst, Unterlegen sein. Auch die Angreifbarkeit und Ausnutzbarkeit eines reinen Herzens.
Was er dagegen setzt, ist nun nicht Reichtum oder Auskommen, nicht Freiheit von traurigen Erlebnissen, nicht überlegene Kraft. Sondern es sind andere Gaben, die Gott verspricht: Anteil an der Königsherrrschaft Gottes. Trost. Zugang zu dem Land, das Gott seinem Volk versprochen hat. Satt werden. Erbarmen. Gott sehen dürfen. Eine unvergleichlich kostbare Identität als Kinder Gottes.
Gott setzt also jeweils etwas „dagegen“. Manchmal kann das direkt mit dem Problem zusammenhängen: Hunger und Durst – satt werden. Oft aber ist es eine andere Gabe, die uns imstande setzt, die momentane Problemlage zu bewältigen.
Zu diesen Gegenkräften, die oft erst für später in Aussicht gestellt werden, kommt noch etwas anderes: das Glück jetzt. „Selig sind …“ heißt ja: Glücklich zu preisen sind die, die jetzt in den schwierigen Situationen stecken. Beneidenswert sind sie. Jetzt schon – auch wenn Gottes Gegenkraft erst künftig wirksam werden sollte.
Unterm Strich wird Gottes Grundmuster, finde ich, gut erkennbar: Er reagiert sehr wohl. Aber nicht indem er Schwierigkeiten wegnimmt, sondern indem er eine passende Gegenkraft heranbringt.
