Gegenkräfte Gottes

Wer hätte nicht schon oft gebetet, dass Gott ein Problem beseitigen möge? Dann wäre die Last weg, die Mauer geöffnet, die Krankheit geheilt.

So zu beten ist völlig in Ordnung und in Gottes Wort kommen solche Gebete oft vor. Allerdings hilft Gott nicht immer so, dass er Probleme wegnimmt. Oftmals – ja vielleicht sogar überwiegend? Vielleicht ist das sogar seine bevorzugte Art zu helfen? – oftmals setzt Gott eine Gegenkraft zu dem Problem. Dann ist eine Lösung gegeben, aber die Schwierigkeit ist nicht verschwunden, sondern weiter vorhanden. Sie könnte weiter entmutigen, lähmen – wenn man nur auf sie schauen würde und nicht auf Gottes Gegenkraft.

Zwei kurze Beispiele für diese Art Gottes:

In Psalm 23 freut sich David, dass Gott ihm einen Tisch deckt mitten unter den Feinden – und die Feinde schauen zu. David also geht es gut. Die Feinde sind allerdings noch da. Sie könnten sich laut bemerkbar machen, aber für den, der auf Gott vertraut, bestimmen die Feinde nicht mehr die Situation.

Jesaja 43,1-7: ein außerordentlich tröstliches Versprechen von Gottes Hilfe. „Wenn du durch Wasser gehst, werde ich bei dir sein. Ströme sollen dich nicht überfluten! Wenn du durch Feuer gehst, wirst du nicht verbrennen; die Flammen werden dich nicht verzehren!“ (Vers 2) Gott greift ein. Gemütlich wird die Lage dadurch nicht: Der Beter muss nach wie vor durchs tiefe Wasser. Die Flammen sind nicht ausgelöscht. Aber Gott bringt da durch.

Der gedeckte Tisch wie ein Auge im Sturm; die Begleitung Gottes durch Wasser und Feuer: Das sind Gegenkräfte Gottes.

Ist das wirklich eine bevorzugte Handlungsweise Gottes? Ein biblisches Denkmuster? Passt das Leben von Jesus dazu? Und wie sieht unser Glauben aus, wenn Gott so denkt? In kommenden Posts möchte ich diesen Fragen nachgehen.

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