Gottes Reich: Was, wo, wer ist das?

Was hatte Jesus vor Augen, als er die Nähe von „Gottes Reich“ ausrief? Welche Vorstellungen wollte er auslösen?

Für uns hat das Wort „Reich“ den Klang von Territorium; Region. Also eine geografische Vorstellung. Demnach gäbe es Bereiche, in denen Gott herrscht, und andere, wo das nicht der Fall ist.

Im Neuen Testament steht allerdings der Ausdruck „Königsherrschaft Gottes“. Damit ändert sich die Perspektive: im Mittelpunkt steht eine Person, der König. Gottes Reich ist da, wo man diesem König dient, Es ist keine Ortsbezeichnung, sondern ein Beziehungswort.

Eine weitere sehr wichtige Vorstellung lesen wir in der Offenbarung des Johannes. Dort heißt es:

Er [Jesus] hat uns zu seinem Reich und zu seinen Priestern gemacht, um Gott, seinem Vater, zu dienen. Gebt ihm Ehre bis in alle Ewigkeit! Er herrscht für immer und ewig! Amen.“ (Offb 1,6; ähnlich auch 5,10)

Das Reich Jesu sind – „wir“, das heißt alle, die ihm vertrauen und durch ihn von den Folgen ihrer Rebellion gegen Gott befreit worden sind. Dieses Königreich ist also durch Personen definiert. Jeder, der Christus vertraut, bildet dieses Reich und ist ein Bestandteil von ihm.

Damit ist die Vorstellung eines Territoriums ganz aufgegeben. Gottes Reich ist nicht „wo“, sondern „wer“.

Menschliche Herrscher unterwerfen Gebiete und Bevölkerungen. Christus aber wirbt um Vertrauen, er unterwirft nicht, sondern knüpft eine Beziehung an. Er hat nicht seine Untertanen unterjocht, sondern sich selbst dem Tod unterworfen. Ihn gerade so besiegt und sich gerade so seine Nachfolger gewonnen.

Je mehr ich die Unvergleichbarkeit von Jesus mit gewöhnlichen menschlichen Vorstellungen erkenne, desto lebendiger wird meine Anbetung.

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