Bibel mit Quer-Effekt

Wer es faszinierend findet, neue Bibelausgaben in den Händen zu halten, wer dabei leuchtende Augen bekommt und gleich blättert, was denn jetzt das Besondere an dieser Ausgabe ist – der ist akut suchtgefährdet, wenn er in einem Bibelverlag arbeitet.

Ich weiß, wovon ich rede.

Die für mich neueste Bibel ist eine Taschenausgabe der Elberfelder Bibel. Die mit der exaktesten deutschen Übersetzung.

Diese Taschenausgabe finde ich auf den ersten Blick zwiespältig. Das kleine handliche Format ist super – die kann man gut mitnehmen, z. B. auch in den Gottesdienst. Die Schrift ist zwar klein, aber selbst mit Lesebrille zusammen ist sie noch handlicher als manche größere Bibel.

Dass der Text in zwei Spalten gesetzt ist und dazwischen noch eine Spalte für die Querverweis-Angaben ist – das finde ich sehr gewöhnungsbedürftig. (Wie gesagt: zwiespältig, weil dreispaltig …) Einen Abschnitt im Zusammenhang erfassen fällt so schwerer. Aber ich habe den Test gemacht – man kann sich daran gewöhnen.

Und was mich schließlich am meisten überzeugt und die Elberfelder Bibel unschlagbar macht: Die innerbiblischen Querverweise. Keine andere Ausgabe hat so viele und so qualitativ gute. Das ersetzt fast ein Lexikon und einen Kommentar. Es enthält ein riesiges Potential, diese Verweis-Stellen mal nachzublättern. Es übt ein in biblisches Denken. Und – ich sage es nur leise – falls denn mal irgendwann in irgendeinem Gottesdienst eine langweilige Predigt vorkommen sollte (zugegeben, eine äußerst hypothetische Annahme): Wer die Elberfelder Taschenbibel dabei hat, kann dezent nachblättern, was denn noch alles im Predigttext drin steckt. Die Querverweise geben Auskunft.

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