Gott: männlich und fraulich

Dass Gott in der Bibel auch mit weiblichen Zügen charakterisiert wird, ist vielen Menschen schon bekannt. Der Trost einer Mutter nach Jesaja 66,13 wird häufig genannt. Oder: Ein Glaubender ist in Gott zufrieden wie ein an der Mutterbrust gestillter Säugling – so Psalm 131. Auch das Bild von der Henne, die ihre Küken schützt, ist ja ein weibliches und wird in der Bibel auf Gott angewendet.

Neulich wurde ich aufmerksam auf ein Bibelwort, das ich vorher noch nicht kannte; ich finde es bemerkenswert, weil hier männlicher und weiblicher Aspekt ganz symmetrisch und gleich-gewichtig genannt werden:

„An den Fels, der dich gezeugt hat, dachtest du nicht mehr, du vergaßest den Gott, der dich geboren hat.“ (5. Mose 32,18)

„Fels“ ist in diesem Kapitel fast ein stehender Ausdruck für (einen) Gott – der Bildgehalt (Zuverlässigkeit) steht hier nicht im Vordergrund.

Demnach ist Gott der Vater, der zeugt, und die Mutter, die gebiert – gleichzeitig. Und das Miteinander dieser beiden Aspekte ist in diesem Bibelwort kein Problem, das diskutiert werden müsste.

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