Römer 8,28 – II: Die treibende Kraft

„Wir wissen aber dies: Denen, die Gott lieben, verhelfen alle Dinge zum Guten ((o.: Für die, die Gott lieben, wirken alle Dinge zum guten (Ergebnis) zusammen)): (an) denen (geschieht das), die nach dem Entschluss berufen sind.

Wie geht das vor sich, dass alle Dinge zum Guten zusammenwirken? Hat Gott eine solche positive Kraft in alle Lebensumstände eingebaut, so dass sie aus sich zum Guten wirken können? Offenbar nicht. Im Alten Testament führt Josef es direkt auf Gott zurück, dass ein böser Anfang zum guten Ende umschwenkte: „Ihr habt Böses gegen mich im Sinne gehabt, Gott aber hatte dabei Gutes im Sinn.“ (1. Mose 50,20)

Den Satz von Paulus aus dem Römerbrief kann man wahrscheinlich auch so übersetzen:

„Für die, die Gott lieben, fügt er alles zum gutem (Ergebnis) zusammen: (an) denen (geschieht das), die nach dem Entschluss berufen sind.“ Hier ist ganz klar Gott der Handelnde und nicht die Lebensumstände.

Das ist vermutlich nicht die Übersetzung, die als erste Möglichkeit in Frage kommt. Doch die Worte von Paulus geben auch diese Auffassung her, auch grammatisch, und es ist denkbar, das der ein oder andere römische Christ Paulus so verstanden hat, als der Römerbrief in der Gemeinde vorgelesen wurde. Paulus hat diese Möglichkeit jedenfalls nicht durch seinen Satzaufbau verhindert.

Welches Bild von Gott entsteht durch diese Auffassung?

Gott ist der kreative Neu-Schöpfer, Um-Schöpfer und sein Schöpfungsmaterial sind all die vielfältigen Lebensumstände und Faktoren und Einflüsse meines Lebens. Gott gestaltet, Gott wirkt darauf ein, webt zusammen. Er bündelt die Einflüsse (Ein-Flüsse), die auf mich ein-strömen und lenkt sie in ein Flussbett, das keine Zerstörung anrichtet.

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