Die Sprache des Alten Testaments
Die Sprache des Alten Testaments – Hebräisch – ist eine manchmal grobe Sprache. Sie ist nicht immer präzise – aber an manchen Stellen bringt sie es fertig, gerade durch eine scheinbar hölzerne Wort-Wiederholung mit feinem Hintersinn die Dinge auf den Punkt zu bringen.
So z. B. in der Einleitung zu Psalm 51. Die Elberfelder Bibel übersetzt: „Als der Prophet Nathan zu ihm kam, nachdem er zu Batseba eingegangen war.“ Das spielt auf den Ehebruch Davids an und wie David dann von Natan überführt wurde.
Ganz wörtlich heißt es: „Als zu ihm Natan, der Prophet, ging, nachdem er zu Batseba gegangen war.“ (Ich habe diese wörtliche Übersetzung auf Deutsch nur im Münsterschwarzacher Psalter gefunden.) Erst ging David zu ihr … dann ging Natan zu ihm. So „einfach“ ist das. Zweimal dasselbe Wort – und dazwischen spannt sich ein Drama aus. Wenn das Wort nicht so despektierlich wäre, könnte man sagen: Die Bibel erzählt hier „pfurztrocken“. Lakonisch, mit dürren Worten, zeigt sie: Der Mensch geht von Gott weg und Gott geht ihm hinterher.
Die Bibel enthält manchmal noch mehr Hintersinn als es in unseren Bibeln deutlich wird: auch das kann ein Grund sein, sie zu achten und zu lieben.
Ein Kommentar zu “Die Sprache des Alten Testaments”
Hinterlasse einen Kommentar

cool… ich find solche Sprach-Spitzfindigkeiten total genial!